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Suche nach dem richtigen Motor

02.10.17

Es herrscht viel Bewegung in der Automobilindustrie, einer der zentralen Leitbranchen der deutschen Wirtschaft. Zur Diskussion um überhöhte Emissionswerte hat die ULA über das Umfragepanel Manager Monitor ein Meinungsbild eingeholt. Demnach sprechen sich Führungskräfte in Deutschland für eine Förderung moderner Antriebstechnologien wie etwa der Brennstoffzelle aus. Allgemein ist der Verbrennungsmotor aber noch nicht ohne Weiteres zu ersetzen.

Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik haben sich die Aufgabe gestellt, binnen kurzer Frist strategische Weichenstellungen für die Zukunft zu treffen. Dabei ist die technologische Entwicklung noch mitten im Fluss und ihre künftige Richtung auch für Experten schwer prognostizierbar. Aufgrund der hohen übergeordneten Bedeutung hat die Führungskräftevereinigung ULA, die Führungskräfte aus allen Bereichen der deutschen Wirtschaft vertritt, sich dieses Themas angenommen. Mitte September hat sie ihre Mitglieder über das Panel Manager Monitor befragt. An der Befragung nahmen 320 Personen teil, davon 80 Prozent aus Industriebranchen wie der chemischen Industrie, anderen Industriebranchen und der Energieerzeugung. Die Ergebnisse zeigen zunächst, dass Führungskräfte auf kurze Sicht harte gesetzgeberische Reaktionen mehrheitlich ablehnen. Verkaufs- und Zulassungsverbote für Autos mit Verbrennungsmotoren werden nur von einer Minderheit befürwortet. Dies gilt sowohl mittelfristig (ab 2030: 22 Prozent) als auch langfristig (ab 2040: 35 Prozent). Ähnlich niedrig liegt die Zustimmung zu Fahrverboten in Innenstädten für Fahrzeuge, welche die Euronorm 6 nicht erfüllen: nämlich bei 30 Prozent.

Rund die Hälfte der befragten Führungskräfte tritt für zusätzliche Kaufanreize für Autos mit nicht-fossilem Antrieb (54 Prozent) sowie, eher überraschend, ein EUweites Tempolimit auf Autobahnen (48 Prozent) ein. Mehrheitlich befürwortet werden eine Besteuerung von Dienstwagen an Hand von Emissionswerten (62 Prozent), mehr staatliche Investitionen für den Aufbau einer effektiven Ladeinfrastruktur für erforderlich (72 Prozent) sowie effektivere Kontrollen über die Einhaltung von Vorschriften über den Flottenverbrauch von Fahrzeugen (79 Prozent).

Weitere Fragen widmeten sich Prognosen über künftige Entwicklungen bei den Antriebstechnologien von Kraftfahrzeugen. Zwar wurde der Qualifikationshintergrund der Teilnehmer nicht abgefragt, aber in ULA-Verbänden sind traditionell Personen mit technisch-naturwissenschaftlichem Hintergrund deutlich überrepräsentiert. Technisches Grundlagenwissen kann daher bei der Mehrzahl der Teilnehmer unterstellt werden.

Verbrennungsmotor nicht ohne Weiteres ersetzbar

Um eine allgemeine Einschätzung gebeten, zeigt sich, dass 80 Prozent der Auffassung sind, der Verbrennungsmotor sei nicht ohne Weiteres ersetzbar (53 Prozent: trifft zu, 27 Prozent: trifft eher zu). Viele Befragte sorgen sich aber um die wirtschaftlichen Konsequenzen einer Abkehr vom „Verbrenner“. 64 Prozent der Panelmitglieder fürchten, dass Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet sein werden, sollte es dazu kommen.

Insgesamt 63 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Auffassung, dass die deutsche Automobilbranche ihre Wettbewerbsposition unabhängig von den künftigen Entwicklungen in der Antriebsfrage verteidigen kann. Doch der Anteil von Befragten welche die zweite von vier Antwortkategorien („trifft eher zu“) gewählt haben ist mit 44 Prozent relativ hoch. Weitere 25 Prozent haben die Antwortkategorie „weiß nicht“ gewählt. Dies lässt auf latente Sorgen um negative wirtschaftliche Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft schließen.

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